Kalliroi Siganou-Parren (1859–1940)

Die griechische Feministin

Kalliroi Siganou-Parren wurde 1859 in Platanias geboren. Ein Dorf im Amari-Tal rund 20 Kilometer südlich von unserem Ferienhaus, Villa Talea. Sie war die erste den Feminismus nach Griechenland einzuführen, vor allem durch ihre wöchentliche "Zeitung der Frauen' (Εφημερίδα των Κυριών) und Daher kann sie auch als erste weibliche Journalistin in Griechenland angesehen werden.

Während der letzten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts versuchte die griechische Nation sich selbst zu definieren als ein moderner europäischer Staat, aber auch als Träger der alten Griechische Sitten, Traditionen und Überlieferungen. Die Frage der Rechte der Frauen und die Rolle der Frauen in der Gesellschaft beeinflusste diesem kulturellen Prozess und wurde in der Kunst und das kulturelle Leben der Zeit repräsentiert.

Kallirroi Siganou-Parren hat ihrer feministischen Ideen durch ihre Bücher und ihre politische Arbeit auf diesem Hintergrund fortgebracht in einen Staat die seine kulturelle Identität zu finden versuchte. Ihrer Familie lebte in Rethymnon, aber wegen Ereignissen während einer der vielen kretischen Aufstände gegen die türkische Besetzung von Kreta (1866-1869) war die Familie gezwungen, nach Athen zu fliehen. Hier, im Jahre 1879 absolvierte sie die "Arsakeion '- eine private Institution, die Lehrerinnen ausgebildete.

Für eine Weile arbeitete sie als Leiterin einer Mädchenschule in Odessa, bis sie ihrem Mann, dem Anglofranzösische Journalist Jean Parren erfüllt. Das Paar zog zurück nach Athen und die journalistische Milieu die Sie hier kennen lernte inspirierte, was sie ihre "Manie für das Schreiben 'genannt habe. Sie war vor allem mit der Emanzipation der Frauen durch Bildung und Arbeit engagiert.

Die "Zeitung der Frauen", dass bald ein Forum für intellektuelle Frauen wurde hat Sie im Jahr 1887 gegründet. Es wurde zu einer der erfolgreichsten Zeitschriften der Zeit. In ihren Artikeln vorgebrachten Parren den ersten kohärenten Ideen zu einem Befreiung der Frauen in Griechenland. Sie versuchte neu zu definieren traditionelle Geschlechterrollen im Rahmen der griechischen nationalistische Ideologie der Zeit. Obwohl es heute moderat scheinen mag, provozierte es einen Aufschrei in jenen Tagen.

Abgesehen von Journalismus schrieb sie auch Übersetzungen, Interviews, Reiseberichte, Biographien, Romane und Theaterstücke. In einem ihrer bekanntesten Werke, die Trilogie "Das Buch der Morgenröte' (1899-1903) beschrieb sie die Emanzipation der Frauen als einen Prozess der Selbst-Entdeckung. Ein schrittweise Freisetzung der Frauen von den Zwängen gesellschaftlicher Konventionen zur gleichberechtigten Beziehungen zwischen männlichen und weiblichen Rollen in der Gesellschaft. Sie beschreibt ihre Vision von Frauen als erzogenen und unabhängigen, aber auch Mütter-fähig. Die nationalistische Gesinnung der Zeit sieht man in der Vorstellung, dass Frauen Kinder aufziehen sollte, die bereit sind, alles zu opfern für die Sicherheit und sozialen Fortschritt ihrer Nation.

Im Jahr 1896 gründete sie auch die "Union für die Emanzipation der Frauen" und die "Union der griechischen Frauen. Sie gebildete Frauen im Lesen und Schreiben, gründete Krankenhäuser und Häuser für Witwen und Waisen. Es war durch ihren Einfluß, dass Frauen an den Universitäten in Griechenland durften und Ärztinnen im dem Frauengefängnisse ernannt wurden. Sie hat sich auch mit dem Rechte der Frauen in bezahlte Beschäftigung beschäftigt.

Weil sie im Gegensatz zu Griechenlands teilnehmenden im Ersten Weltkrieg war wurde sie auf der Insel Hydra im Jahre 1917 verbannt und musste deshalb ihre Zeitung schließen. Doch bei ihrer Rückkehr im folgenden Jahr nahm sie sofort ihre Arbeit wieder auf. Zwischen den beiden Weltkriegen war sie über den "Lykeion Ellidon ton" (Lyceum der griechischen Frauen) Vorsitz, aber auch andere Frauenorganisationen war damals gebildet geworden und sie bekam ein Vertreter der konservativen Position unter den Frauen Befreiungsbewegungen in Griechenland. Ihre Organisation war hauptsächlich tätig in philanthropische Arbeit.

Sie war die Silbermedaille der Athener Akademie, die Silber-Medaille des Roten Kreuzes und die Medaille der Stadt Athen verliehen. Kalliroi Siganou-Parren hatte keine Kinder. Sie lebte mit Jean Parren bis zu ihrem Tod im Jahre 1940. Sie ist auf der 'Ersten Friedhof' in Athen begraben.

Zurück zur berühmte Kretenser.